TFP Anfragen, Fragen und der ganze Klatradatsch drumherum…

Da sich in letzter Zeit die Anfragen häufen, leider vor allem jene, die mit NullKommaNull Info ankommen, möchte ich das Thema auch mal aufgreifen. Zwar gibt es darüber schon massig Beiträge, doch wer sich damit nicht beschäftigt, oder es gar nicht kennt, sucht natürlich auch nicht danach ;)

1. Was ist dieses TFP eigentlich, ist das essbar oder nen neuer Modetrend?
Zweiteres teilweise sicherlich :D Aber mal von vorne…
Die Abkürzung „TfP“ steht für „Time for prints“ (noch aus der analogen Zeit) oder auch „Time for pictures“ (im digitalen Zeitalter), und das heißt nichts anderes als „Zeit für Bilder“. Das kann man ganz wörtlich nehmen. Bei einem TFP-Shooting investieren Model und Fotograf ihre Zeit und bekommen dafür beide Aufnahmen, die ebenso beide rein die Zeit kosten sollte. Das bedeutet „Time for Prints“ und meint in der Fotografie eine besondere Absprache bezüglich Honorar und Nutzungsrechten. Fotograf und Model vereinbaren, dass durch die auf Basis des Shootings entstandenen Aufnahmen ein etwaiges Honorars abgegolten ist.
Fotograf und Model verzichten also beide auf die sonst übliche Bezahlung des Shootings. Das Urheberrecht an den Bildern bleibt grundsätzlich immer bei dem Fotografen, die Verwertungsrechte können gesondert festgelegt werden.
Für die Bildrechte wird ein Modelvertrag (TFP-Vertrag) abgeschlossen, bei dem das Copyright beim Fotografen bleibt. Beide – du als Model und ich als Fotograf – dürfen die Fotos zur Eigenwerbung nutzen.

2. Wozu soll das Ganze gut sein?
Immer mal wieder biete ich als Fotograf diese Form des Shootings an, weil sie mich künstlerisch weiterbringt, ich Ideen umsetzen oder neue Techniken ausprobieren kann. Manchmal habe ich auch einfach nur ne „bescheuerte“ Idee, die ich gerne in die Tat umsetzen mag. Auch wenn das manch einer/einem nicht schmeckt, bin ich hier zumeist im Bereich Teilakt/Akt unterwegs. Wobei das, für diesen Beitrag, erst mal zweitrangig bleiben soll.

3. Und was hat das „Model“ davon?
Das Model profitiert dahingehend, dass keine Bezahlung für ein entsprechendes Shooting geleistet werden muss und sie zumeist (also bei mir ist das so) mehr Aufnahmen zur freien Verfügung erhält als sonst. Eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten also!

4. Was erwarte ich?
Wenn man mich „anfragt“, so sollte solch eine Anfrage schon mehr beinhalten als:
- Hey coole Bilder, wollen wir auch mal?
- XYZ war mal bei dir, sowas will ich auch, haste Bock und Zeit?
Es gibt noch zigfach andere Anschreiben, die ich euch erspare möchte. Inzwischen antworte ich schon gar nicht mehr auf solche „Anschreiben“, wobei es echt schon hart ist dafür überhaupt das Wort „Anschreiben“ heranzuziehen. Von wirklichem Interesse zeugt mir solch ne Anfrage nicht, mir vermittelt das eher den Eindruck, da will wer was Hauptsache für UMME abgreifen. Ich kann mit dieser „Schnäppchenmentalität“ einfach nichts anfangen und von daher… shit happens, fliegt bei mir in die Tonne und gut ist!
Ich erwarte einfach in erster Linie mal Respekt und das beginnt nun mal mit einem ordentlichen Anschreiben, welches einen Namen, ein Alter und event. bereits die Art der angepeilten Aufnahmen beinhaltet.
Als Model solltest du Freude an dem Shooting selbst und am fotografischen Ergebnis haben, und dies auch in deinem „Anschreiben“ vermitteln. Bock drauf neues auszuprobieren, egal ob du nun eine gewisse Shooting-Routine mitbringst oder eher unerfahren vor der Kamera agierst.

Außerdem Solltest du auf jeden Fall Bilder von dir dazu senden. Und mit Bilder meine ich keine Duckface-Selfies, sondern Bilder aus einem Shooting (falls du bereits welche hattest) und gerne auch ein ungeschminktes, lockeres Selfies ohne zugekniffene Augen oder wo man nur 1/3 deines Gesichtes sieht, dafür den Kleiderschrank oder das Haustier ;)
Primär kenne ich dich nicht und von daher hätte ich dann schon gerne ein paar Informationen vorab, ohne den Leuten alles aus der Nase ziehen zu müssen.
Als da wären:
- Alter (Weil U18 haben die Eltern noch ein Wörtchen mitzureden)
- Wohnort (So sehe ich direkt, wie weit weg du wohnst)
- Angaben zu Körpergröße, Konfektionsgröße und eventuell Maße
(damit seh ich direkt, ob du in das Eine oder Andere Shooting passt)
- Aufnahmebereiche! (Braucht keine Erläuterung!)
- eventuell wie lange du schon modelst
- eventuell wie du auf mich als Fotograf gekommen bist

Wenn du dann selbst noch Ideen mitbringst und mir diese teils kund tust (brauchst mir nicht alle Details verraten), hast du schon mal einen Pluspunkt.
Ganz wichtig ist mir, dass die Chemie stimmt, dass man auch Spaß hat, von daher, wenn du vom Typ her recht introvertiert und vielleicht gar einen Stock im Popes hast, lass es einfach, zumindest bei mir.

5. Und warum schreib ich das jetzt alles?
Ganz einfach, weil ich das Ganze beruflich mache, davon lebe und daher sehr genau schaue, mit wem ich meine Freizeit verbringe.  Grundsätzlich ja auch Bock auf TFP habe aber wissen möchte, mit wem ich hier etwas für UMME mache ;)
Ich hab zwar nen unbändigen Spaß an der Fotografie, doch so manches Anschreiben, was in letzter Zeit kam lässt mir rein die Nackenhaare in die Höhe schießen… und ich hab einige davon, weißt du wie Kacke das ausschaut?

Na läuft das Kopfkino?
Also… lass es einfach, wenn du so oder so nicht bereit bist selbst in die Puschen zu kommen und mit Respekt und Anstand mit deinen Mitmenschen (dazu gehöre ich dann auch) umzugehen verstehst.

PUNKT.

So und wenn du jetzt noch Interesse hast, setze ein vernünftiges Anschreiben auf und meld dich damit gerne mal bei mir.

In diesem Sinne... RockOn, Pepe